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30.03.2010Cherax peknyi - der Tigerkrebs oder ZebrakrebsDer Tiger- oder Zebrakrebs (Cherax peknyi) kommt aus Neuguinea und lebt dort in stehenden Gewässern und Flüssen. Er ist erst 2008 von Christian Lukhaup und Brett Herbert beschrieben worden und wurde vorher häufig als Cherax spec. zebra bzw. tiger oder Cherax cf. papuanus bezeichnet.
MerkmaleDie größten meiner Zebrakrebse sind ca. 12 cm lang, ohne die Antennen mit einzurechnen und damit schon recht imposante Aquarienbewohner. Sie werden ungefähr 3 Jahre alt, wobei ausgewachsene Männchen viel größere Scheren haben, als die Weibchen und auch sonst kräftiger gebaut sind. Meine Zebrakrebse haben am Rückenpanzer schmale, helle Streifen, im Gegensatz zu der Form, die Tigerkrebs genannt wird und breitere, orangenere Streifen hat. Bemerkenswert sind außerdem die rot- weiß- bläulich schimmernden Zangen der Männchen, aber auch der orangerote Schwanz. Die Krebse sind farblich also sehr attraktiv. HaltungDie Zebrakrebse leben bei mir mit Ancistruswelsen und Red-Fire Garnelen zusammen. Sowohl die Welse als auch die Garnelen werden von den Krebsen größtenteils ignoriert. Ich konnte jedenfalls kein ausdauerndes Jagen oder gar ein Erbeuten beobachten. Anders war das allerdings, als ich die Zebrakrebse übergangsweise mit meinen Sturisomas zusammensetzen wollte. Die Krebse sehen die ruhigen Sturisomas wohl viel eher als Beute an. Bevor sich die Sturisomas bequemt haben zu fliehen, waren schon leichte Fraßspuren zu erkennen. Darauf wollte ich es natürlich nicht ankommen lassen und habe die Tiere schnell wieder umgesetzt. Von der Haltungstemperatur wäre das sowieso nicht ideal gewesen, da es die Sturisomas lieber wärmer haben. Man sollte die Krebse aber auf keinen Fall mit amerikanischen Krebsen zusammensetzen, da diese gegen die Krebspest immun sind, aber als Überträger fungieren können. Meine Zebrakrebse verstecken sich tagsüber gerne in den Höhlen der aufgetürmten Schieferplatten, kommen aber, besonders bei der Fütterung, auch tagsüber heraus, obwohl sie eher nachtaktiv sind. Sie sind aber auch tagsüber nicht scheu, sondern eher neugierig und versuchen alles, wass man ins Becken hält, zu fassen zu kriegen. Selbst der Schlauch zum Wasserwechseln wird ausgiebig auf Fresstauglichkeit getestet. Besonders aufpassen muss man, dass die Zebrakrebse keine Möglichkeit haben, das Becken zu verlassen. Sie können selbst am Kabel der Heizung hochklettern und auch leichte Abdeckungen verschieben. Auch wenn Sie längere Zeit an Land überleben können, trocknen Sie natürlich nach einiger Zeit aus, wenn man die Flucht zu spät bemerkt. Mir ist das mit einem Männchen passiert, dass sich nach der Begattung eines Weibchen wohl nach einem neuen Teich umschauen wollte. Ein anderes Tier habe ich rechtszeitig gefunden und über Nacht in eine abgedeckte Schüssel mit 2 cm Wasserstand gesetzt, damit sich die Kiemen wieder befeuchten konnten. Ein direktes Wiedereinsetzen ins Aquarium kann zum Ertrinken führen, wenn die Kiemen angetrocknet sind. Der Zebrakrebs hat den nächtlichen Landaufenthalt daraufhin aber unbeschadet überstanden. An Futter nehmen die Krebse eigentlich alles, was man Ihnen anbietet, z.B. Fischfutter, Gemüse und Salat. Als besondere Delikatesse knacken meine Zebrakrebse Posthornschnecken. Am besten hat man aber auch immer getrocknetes Buchen- oder Eichenlaub im Becken. Daran knabbern die Krebse eigentlich ständig rum und es soll auch Häutungsproblemen vorbeugen. Laub kann auch sehr gut als Ferienfutter dienen, da es auf Vorrat gegeben werden kann und es sowieso einen Großteil ihres Futters ausmachen sollte. ZuchtIm Laufe der Zeit hatte ich mehrere Gelege mit jeweils ca. 50 Eiern. Ein Paarungsverhalten konnte ich dabei aber nie beobachten. Wahrscheinlich ist es immer nachts erfolgt. Das Weibchen zieht sich nach der Befruchtung sehr zurück, so dass ich auch keine genauen Angaben zur Tragezeit machen kann. Nachdem ich Eier bei den Weibchen entdeckt habe, hat es aber immer noch einige Wochen gedauert, bis die kleinen Krebse eigene Wege gegangen sind. Es ist sehr interessant zu beobachten, wie das Weibchen die Eier umsorgt, bis die Kleinen schlüpfen. Auch danach hängen die schon fertigen Krebse noch lange unter dem Schwanz der Mutter und wuseln dort, aber auch auf dem Weibchen, herum. Ich habe die Jungkrebse immer mit im Elternbecken gelassen und es sind auch immer einige durchgekommen. Für eine intensive Zucht wird man aber vermutlich ein separates Aufzuchtbecken mit vielen Verstecken benötigen, da die Krebse bei zu dichtem Besatz ohne Verstecke, besonders gegenüber frisch gehäuteten Artgenossen, zum Kannibalismus neigen. FazitZebrakrebse sind sehr attraktive, interessante und größtenteils auch friedliche Aquarienbewohner, die auch mit nicht zu trägen Fischen und Garnelen vergesellschaftet werden können. Eine Arterhaltung auch im Gesellschaftsbecken mit nicht zu räuberischen Fischen ist problemlos möglich. Insgesamt also ein sehr empfehlenwerter und leicht zu haltender Flusskrebs. © Andreas Jäger |
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