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10.10.2008Schwachlicht Naturaquarium - Eine günstige und pflegeleichte AlternativeInspiriert durch die wunderschönen Bildbände von Takahashi Amano und vielen interessanten Artikeln in Fachzeitschriften, habe ich mir schon lange vorgenommen, mich auch mal mit solch einem Unterwassergarten zu beschäftigen. Mit meinen bestehenden Aquarien habe ich allerdings schon mehr als genug zu tun. Deshalb habe ich lange Zeit den großen Arbeitsaufwand gescheut, den ein solches Aquarium mit sich bringt. Was lag da näher, als sich nach weniger arbeits- und kostenintensiven Alternativen umzuschauen, die auch das Prinzip der Gestaltung von Landschaften unter Wasser, ermöglichen. Zunächst einmal stellt sich die Frage, wodurch der große Arbeitsaufwand und die hohen Kosten bei den Naturaquarien von Amano zustande kommen. Als Hauptgrund dafür sehe ich die großflächige Verwendung von empfindlichen und anspruchsvollen Vordergrundpflanzen wie Glossostigma elatinoides (Australisches Zungenblatt), Echinodorus tennellus (Grasartige Schwertpflanze) oder auch Nadelsimse (Eleocharis div). Das regelmäßige Schneiden und Ausdünnen solcher Pflanzen bedeutet viel Arbeit. Auch das Aufbinden von Teichlebermoos (Riccia fluitans) auf Gitter oder Steine ist nicht gerade unaufwendig, da das Moos immer wieder durch die Befestigungen durchwächst und neu gebunden werden muss. Mit der Wahl dieser Pflanzen ist eins von vornherein klar. Das Aquarium braucht sehr viel Licht, damit es zu einem ordentlichen Pflanzenwachstum kommt. Ein Starklichtbecken dieser Art ist aber wesentlich schwieriger zu unterhalten, als das so mancher von seinem "Normalaquarium" zu Hause gewohnt ist. Durch das intensive Licht treten Engpässe in der Versorgung der Pflanzen viel schneller auf, zum Beispiel durch den Mangel an Kohlendioxid oder anderer Nährstoffe. Eine Stagnierung des Wachstums der Pflanzen hat dann oft die Entwicklung von Algen zur Folge. Deshalb vertreibt die Firma ADA ja auch das sündhaft teure Zubehör (CO2, Dünger, Mittel hier und Mittel), da natürlich nur damit solch ein anspruchsvolles Becken unterhalten werden kann (-: Das bedeutet nicht, dass der Betrieb eines solchen Naturaquariums nicht möglich ist, sondern nur, dass es einen größeren Aufwand und mehr Aufmerksamkeit bedarf so ein Starklichtbecken zu pflegen. Was also liegt näher sich Pflanzen zu suchen, mit denen eine Landschaftsgestaltung wie bei Amano mit geringeren Lichtintensitäten möglich ist. Natürlich entstehen dadurch nicht die typischen Naturaquarien Amanos, aber die Landschaftsgestaltung ist für mich der wichtigste Aspekt und der ist auch mit sehr viel geringerem Aufwand zu erreichen. Da ich in dem neuen "Naturaquarium" sowieso Killifische (Fundulopanchax amieti) unterbringen wollte, die eine gedämpfte Beleuchtung bevorzugen, habe ich mich gleich für ein Schwachlichtaquarium mit gerade mal 60 Watt auf 170 l Wasser entschieden, was einer Beleuchtung von unter 0,3 Watt/l entspricht. Als Bodengrund verwende ich wie in meinen anderen Becken Sand. Gefiltert wird das Aquarium mit einem Hamburger Mattenfilter. Ansonsten kommt in diesem Becken keine weitere Technik zum Einsatz. Auch auf eine zusätzliche CO2 Düngung habe ich bei der schwachen Beleuchtung verzichtet. Bei der Einrichtung favorisiert Amano die Beschränkung auf möglichst nur eine Sorte Gestein und möglichst wenige Pflanzensorten, um ein einheitliches Bild im Aquarium zu erreichen. Ich habe für dieses Aquarium ausschließlich roten Jaspis verwendet. Bei der schwachen Beleuchtung vermittelt dieser Stein den Eindruck von angestrahlten Felsen im Abendrot. Die genauen Richtlinien, wie welche Steine zu liegen haben, habe ich in diesem Becken nicht nachvollzogen. Mir reicht der Eindruck, der durch eine ungefähre Drittelung (Goldener Schnitt) in den Bereichen durch die Anordnung der Steine und durch die sie umgebende Grasslandschaft entsteht. Da ich wirklich ein Aquarium mit geringem Pflegeaufwand wollte, habe ich mich bei der Bepflanzung hauptsächlich auf das kleine Pfeilkraut (Sagittaria subulata) und den genoppten Wasserkelch (Cryptocoryne balansae) beschränkt. Damit können sehr natürlich wirkende Graslandschaften gestaltet werden. Die Pflegemaßnahmen beschränken sich hier auf ein gelegentliches ausdünnen. Die Pflanzen kommen mit den schummrigen Lichtverhältnissen nach Eingewöhnung hervorragend zurecht und wachsen zwar langsam, aber satt grün und algenfrei. Durch die schwache Beleuchtung, den stabilisierenden Hamburger Mattenfilter und den geringen Fischbesatz minimiert sich der Pflegeaufwand für das Aquarium sehr. Ein wöchentlicher Wasserwechsel von 1/3 Inhalt ist die einzige nennenswerte Arbeitshandlung, neben der Fütterung der Fische. Auch wenn bei Naturaquarien das Hauptaugenmerk auf der Aquariengestaltung liegt, leuchten die Killifische bei dieser Beleuchtung geradezu. Alternativ könnte ich mir auch einen Besatz mit Neon- oder Glühlichtsalmlern oder Diamantregenbogenfischen vorstellen. Während die Naturaquarien von Amano Landschaften im prallen Sonnenlicht gleichen, macht dieses Aquarium den Eindruck einer Landschaft in der Abenddämmerung. © Andreas Jäger |
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