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08.05.2007

Cynops orientalis - der chinesische Feuerbauchmolch

Haltung und Zucht des Zwergmolchs im Aquarium

Der kleine Feuerbauchmolch Cynops orientalis ist in Mittel- bis Ost-China beheimatet. Männchen werden bis etwa 8 cm und Weibchen bis ca. 10 cm groß. Die Zeichnung des Molchs ist wie beim Feuersalamander sehr intensive, nur ist sie auf die Unterseite der Tiere beschränkt und rot bis orange statt gelb. Die Bauchzeichnung ist durch unregelmäßige schwarze Flecken unterbrochen. Auf der Oberseite sind die Molche schwarz bis dunkel-grau gefärbt. Die Haut ist dabei etwas körnig.

Geschlechtsunterschied

Am einfachsten lassen sich Feuerbauchmolche an der Form Ihrer Kloake erkennen. Bei den Weibchen ist sie eher schmal und leicht zugespitzt, bei den Männchen ist die Form eher rund oder halbkugelförmig. Außerdem haben die Männchen wesentlich kürzere Schwänze, die im Gegensatz zu den Weibchen von einem dünnen Hautsaum umwachsen sind. Daran kann man auch einzelne Tiere zuzuordnen.

Haltung

Meine Gruppe Molche lebt in einem 100 X 80 X 25 cm Becken mit einem Sandboden und auf einer Seite angeschütteten Sandstrand, der sich aus dem Wasser erhebt. Beleuchtet wird das Becken tagsüber mit einer Energiesparlampe. Die Ränder sind mit einem Plexiglasstreifen gegen all zu leichtes Überklettern gesichert. Die Molche schaffen es zwar an einer Glasscheibe hochzuklettern aber nicht überhängend die Plexiglasstreifen zu umklettern. So kann man Feuerbauchmolche auch in einem offenen Aquarium halten.

Da Feuerbauchmolche auch in der Natur in langsam fließenden oder stehenden Gewässern leben, sollte man Ihnen auch im Aquarium keine allzu große Strömung zumuten.

Deshalb habe ich auf eine Filterung ganz verzichtet, dafür wächst im ganzen Becken Hornkraut und Javamoos, um die Wasserqualität zu verbessern. Natürlich wird auch regelmäßig ein Teil des Wassers gewechselt.

Die Tiere leben bei mir ganzjährig bei Zimmertemperatur. Eine kühlere Haltung im Winter habe ich bis jetzt nicht praktiziert. Trotzdem konnte ich schon im März und April immer wieder Eier an Wasserpflanzen angeklebt finden.

Meine Molche gehen nur sehr selten an Land, so dass man sie wahrscheinlich auch völlig ohne Landteil halten könnte. Trotzdem sollte man Ihnen wenigstens Stücke schwimmenden Korks für einen teilweisen Aufenthalt an Land gönnen.

Gefressen wird alles, was ins Maul passt. Dabei muss es nicht unbedingt Lebendfutter sein. Auch Frostfutter wie rote Mückenlarven oder gefriergetrocknete Wasserflöhe werden gierig gefressen.. Unter Wasser orientieren sich die Molche an Ihrem Geruchssinn, um Futter aufzuspüren. An Land wird Futter, was sich nicht bewegt, ignoriert.

Zucht

Vom Frühjahr (April, Mai) bis in den Mai laichen die Weibchen an Wasserpflanzen. Dabei werden bevorzugt Blätter von Wasserpflanzen mit den Hinterbeinen um die einzelnen Eier geklebt, um diese zu verbergen und zu schützen. Dabei verharrt das Weibchen einige Zeit, um das Ei , das von einer Gallertmasse umgeben ist, aufquellen zu lassen, damit es besser haftet. Am besten sammelt man die Eier mitsamt des Pflanzenteilen, an das es geklebt ist ab und überführt es in ein separates Gefäß. Das lösen der Eier von den Wasserpflanzen kann ich nicht empfehlen, da dabei die Eier beschädigt werden können. 1 bis 2 Liter Gläser reichen für die Aufbewahrung der Eier aus.

Nach drei bis vier Wochen schlüpfen die Larven und sind zunächst meist noch hellgrau und relativ unbeweglich. Nach einigen Tagen nehmen die Larven dann eine schwarze Farbe an. Jetzt sind auch die Außenkiemen zu sehen. Nach einiger Zeit wachsen zunächst die Vorder- später auch die Hinterbeine. Beim Zeitpunkt des Schlüpfens gibt es jedoch eine große Variabilität. Manche Larven haben schon Beine beim Verlassen des Eis und sind schon schwarz durchgefärbt.

Aufzucht

Ich füttere meine Larven im ersten Monat mit Essigälchen und frisch geschlüpften Wasserflöhen. Auch Artemia Nauplien sind gut geeignet. Danach nehmen die Larven auch Frostfutter wie Bosmiden, Cyclops und fein geschabte Mückenlarven an. Da die Larven sehr unterschiedlich wachsen und ja auch die Eier erst nach und nach abgelegt werden, empfiehlt es sich, die Larven nach Größenordnungen in mehrere Aufzuchtbecken zu verteilen, da sie zu Kannibalismus neigen. Sollten mal Beine oder Teile der Außenkiemen abgebissen werden, können diese in den meisten Fällen vollständig regeneriert werden.

Nach 3 – 6 Monaten erfolgt die Metamorphose, das heißt die Umwandlung der Larven in landlebende Molche. Die Tiere sind nun etwa 3 – 4,5 cm lang. In dieser Zeit muss den Tieren eine leichte Möglichkeit gegeben werden, das Wasser zu verlassen, da sie sonst Gefahr laufen zu ertrinken. Da ich nicht unnötig viel Dekorationsmaterial oder Bodengrund in das Aufzuchtbecken einbringen will, stelle ich einfach das Aufzuchtbecken so schief, das ein Teil des Bodens aus dem Wasser ragt. Zum Sauberhalten des Glasbodens setze ich einige Schnecken ins Aufzuchtbecken.

Die Molche werden nach dem Verlassen in ein kleines Aquarium mit Kiesboden, der an einer Seite abfällt, umgesetzt. Durch Besprühen des Kieses sammelt sich der Dreck im tieferen Wasserteil und kann dort abgesaugt werden.

Die Fütterung an Land ist etwas aufwendiger, da hier nur lebendes Futter angenommen wird. Die Molche können in dieser Phase mit Springschwänzen, Drosophilas und Blattläusen ernährt werden.

Nach sechs bis zwölf Monaten können die Molche wieder ans Wasserleben gewöhnt werden und sind mit 2 bis 3 Jahren geschlechtsreif.

© Andreas Jäger



Leserbriefe

Sehr geehrter Herr Jäger,

über eine Suchmaschine bin ich auf Ihre sehr interessante und informative Seite gestoßen, Kompliment!

Seit über 10 Jahren halte ich privat 4 chinesische Feuerbauchmolche in einem gut durchkrauteten (Wasserpest, Pfennigkraut, Hornkraut, Tausendblatt) 80-Liter-Aquaterrarium. Darüber hinaus bieten Steinbauten diverse Versteckmöglichkeiten. Abwechslungsreiches Futter (Rote und weiße Mückenlarven, Tubifex, Enchyträen, Wasserflöhe, Artemia, Regenwürmer) sorgt für eine ausgewogene Ernährung und der regelmäßige Wasserwechsel für die nötigen hygienischen Bedingungen. Kurzum: Meine Molche scheinen sich sehr wohl zu fühlen, und zwar so wohl, dass es seit Kurzem Nachwuchs gibt.

Gruß aus Berlin,

F. Reik

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