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19.04.2009

Thorichthys ellioti - Mittelgroße Buntbarsche fürs Pflanzen- und Gesellschaftsbecken

Die Weisheit der Schöpfung erkennt man daran, dass die Fische stumm sind. Was gäbe es sonst für einen Lärm, wenn sie über jedes Ei gackern würden.

VerwandtschaftThorichthys ellioti

Thorichthys helleri Untergruppe:
T. ellioti, T. callolepsis, T.helleri, T. aureus und T. scolofi

Thorichthys affinis Untergruppe:
T. affinis, T.meeki, T.pasionis

Vorkommen

Mexico: Rio Papaloapan System

Wasserwerte

pH 7 – 8; °dGH 4 – 11; °KH 5 – 13; 25 – 30° C; Klarwasser

Größe / Geschlecht

Bei Thorichthys ellioti sind die Männchen etwas größer als die Weibchen und mit ungefähr 14 cm Gesamtlänge ausgewachsen. Außer an der Größe kann man die Weibchen oft an einem schwarzen Fleck im vorderen Teil der Rückenflosse erkennen.

Aussehen

Von der Form und vom friedlichen Wesen ähneln die Elliotis sehr den südamerikanischen Erdfressern aus der Gattung Geophagus. Im Gegensatz zu der oft dezenten Farbgebung der Erdfresser müssen sich die Elliotis mit ihren leuchtend blauen Punkten nicht hinter den südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsche verstecken.

Haltung

Trotz ihrer Größe sind Elliotis relativ friedliche Fische und sollten nicht mit anderen durchsetzungsstärkeren Cichliden aus Mittelamerika vergesellschaftet werden.

Dafür ist es durchaus möglich in einem 150 breiten Becken mehrere Paare von bis zu 8 Tieren in einer Gruppe zu halten. Dann zeigen die Barsche sehr schön ihr natürliches Verhalten. Einzelne Paare sondern sich immer wieder von der Gruppe ab und besetzten kleine Reviere, wo sie dann auch bald ablaichen. Dabei werden die Reviere ohne größere Streitereien meist nur durch Drohen gegen die anderen Gruppenmitglieder verteidigt. Die Drohgebärden, bei denen sich oft zwei Paare gegenüberstehen, mit aufgeklappten Kiemendeckeln, leuchtend blauen Punkten und fast wie beim Tauziehen immer leicht vor und zurückschwimmend, sind phantastisch anzusehen.

Thorichthys ellioti

Mit 7 bis 9 cm Länge sind die Fische geschlechtsreif. Zum Ablaichen verwenden die Tiere bei mir am liebsten die schrägen Flächen von Moorkienwurzeln. Eins der drei adulten Paare in meinem Becken betreut fast immer ein Gelege oder führt Jungfische durchs Becken. Die Larven schlüpfen nach ungefähr drei Tagen und werden dann noch einige Tage durchs Becken geführt. Spätestens nach einer Woche scheint bei meinem Barschen jedoch der Brutpflegeinstinkt abzuklingen oder die Larven finden in dem großen Becken nicht genügend passendes Futter. Jedenfalls kommen bei mir im Gesellschaftsbecken, auch bei Zufütterung von außen keine kleinen Elliotis hoch, was bei der großen Anzahl der Gelege auch ein Segen ist.

Bei der Überführung in ein kleines Aufzuchtbecken sind die kleinen Barsche aber relativ leicht und ohne größere Verluste aufzuziehen. Dabei ist es noch nicht einmal unbedingt nötig, lebende Artemias zu verfüttern. Eine abwechselungsreiche Fütterung mit Spirulina, Cyclop Eeze, Essigälchen und geschälten Artemia Eiern haben meine kleinen Barsche vom ersten Tag an gerne angenommen.

Thorichthys ellioti

Die Wasserwerte spielen bei den Elliotis nur eine untergeordnete Rolle. Mittelhartes Wasser mit einem neutralen pH-Wert und einer guten Wasserqualität sind wohl als ideal anzusehen. Bei mir fühlen sich die Tiere aber auch in leicht saurem (pH 6,5) und relativ weichem Wasser (240 µS) sehr wohl.

Am liebsten scheinen die Buntbarsche Granulat- und Flockenfutter, Krill und kleine Schnecken zu fressen. Aber auch alle anderen nicht belasteten Futtersorten werden anstandslos genommen.

Vergesellschaftung

Auch wenn die Barsche für Ihre Größe ziemlich friedlich sind, sollten sie nicht mit Garnelen oder Schnecken vergesellschaftet werden. Turmdeckel- und Posthornschnecken haben die Elliotis zum fressen gern. Amanogarnelen werden zwar soweit ich das sehen konnte nicht gefressen, man bekommt sie aber auch nicht mehr zu Gesicht. Der Respekt vor den Barschen war wohl so groß, dass manche sogar das Becken verlassen haben )-: Keine Probleme gab es bei hingegen mit kleinen Salmlern wie Blutsalmlern oder Rotkopfsalmlern. Selbst ein kleiner aus einem alten Bestand übriggebliebener Pandabuntbarsch von gerade mal 2 cm wurde nicht behelligt.

Thorichthys ellioti

Salmer aus Südamerika passen geografisch natürlich nicht so unbedingt zu den mittelamerikanischen Barschen, aber da ich ziemlich weiches Wasser habe, habe ich mal ein Auge zugedrückt. Die passende Gesellschaft, gerade wenn härteres Wasser aus der Leitung kommt, wären z. B. Schwertträger oder Platies, die ja auch aus Mexiko kommen. Auch unter den Hochlandkärpflingen gibt es sehr interessante Arten. Bei den Salmlern aus Mittelamerika ist die Auswahl nicht so besonders groß. Hier kommen besonders Salmler aus der Gattung Astanax vor, von denen wohl der bekannteste der Blinde Höhlensalmler, Astanax mexicanus, ist.

Abschließend möchte ich sagen, dass mir diese mittelamerikanischen Barsche viel Freude bereiten und meiner Erfahrung nach sehr gut fürs Pflanzen- und Gesellschaftsbecken geeignet sind.

© Andreas Jäger



Habe einige halbwüchsige Elliotis an Selbstabholer in Solingen abzugeben.

Bei Interesse einfach Email an: info@aqua-magica.de


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